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Unser Alltag bietet viel öfter Gelegenheit zur Zivilcourage, als wir vermuten würden. Eine Bestandsaufnahme.
Die Vorgesetzte hat einen Popel an der Nase, der Kollege erscheint mit offener Hose zum Meeting - wer hat den Mumm, es anzusprechen? "Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen." Wer würde an dem Zitat der Journalistin Franca Magnani zweifeln. Dennoch fühlen wir uns von einem großen Begriff wie "Zivilcourage" oft nicht angesprochen, denken an Flüchtlingshilfe, blutige Proteste und Bürgerrechtler, sehen Bilder von Anfeindung, Gewalttätigkeit und Aggression. Wir erinnern uns an Mahatma Gandhi, der sich für seine Sache beinahe zu Tode hungerte, und Martin Luther King, der im Kampf gegen Rassendiskriminierung sein Leben gab. Helden, die weder Prügel noch Pranger fürchten. Nichts für uns also.
Dabei bietet unser direktes Umfeld im Alltag viel öfter Gelegenheit zur Courage, als wir vermuten würden. Und damit sind noch nicht einmal die Horrorszenarien gemeint, von denen wir immer wieder hören: Frauen, die verprügelt oder Ausländer, die in der S-Bahn angepöbelt werden; Kinder, die in Schwimmbädern ertrinken - das alles in Anwesenheit von Passanten oder Schaulustigen.
Aktualisiert (Samstag, 08. August 2009 um 12:18 Uhr)
Früher wollten Freiwillige der Gesellschaft etwas zurückgeben - heute wollen sie sich verwirklichen. Doch das Engagement wird schwieriger. Das geteilte Land: Einen hohen zeitlichen Einsatz leisten viele Menschen im Süden und Westen der Republik. (Quelle: Süddeutsche, SZ-Graphik: Hanna Eiden; Quelle: AMB Generali)
Von Bärbel Kruse hatten viele Menschen wohl nicht mehr viel erwartet. 25 Jahre hatte die behinderte Frau in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung gelebt. Wieder draußen schloss sich die 60-Jährige dem Verein Mittenmang in Schleswig an und backte Kuchen im Café. Der Verein traute ihr noch mehr zu: Kruse begann, eine behinderte Frau mit schweren Gedächtnisstörungen zu betreuen; diese wollte nach einem Heimaufenthalt in eine eigene Wohnung ziehen. "Trotz ihrer Lebensgeschichte hat sich Bärbel Kruse ihr Interesse für andere Menschen bewahrt und ist wieder aufgeblüht", sagt Nicole Schmidt, Geschäftsführerin von Mittenmang.
Etwa 40 Menschen sind in dem norddeutschen Verein ehrenamtlich für Behinderte engagiert. Auch Betroffene bringen sich ein. "Mittenmang leistet mehr als reine Selbsthilfe. Die Behinderten engagieren sich wie andere auch im sozialen Bereich und wachsen über ihre eigenen Grenzen hinaus", sagt Schmidt.
An dieser Stelle wird demnächst ein grundsätzliches Statement unsererseits erfolgen, das sich mit der Ist-Situation und damit beschäftigt, wie wir alle generell und was die USE | Union Soziales Europa konkret unternehmen können, sollen und müssen, um die derzeitige Situation zu einem Besseren zu verändern.
Dieses grundsätzliche Statement wird permanent aktualisiert werden sowie besonders negative Beispiele herausstellen, um gemeinsam dagegen zu agieren und besonders positive Beispiele herausstellen, um diese gemeinsam zu nutzen.
Wenn Sie konkrete Vorschläge haben:
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Aktualisiert (Freitag, 24. Juli 2009 um 20:15 Uhr)